Kurzer Gewittertext in Richtung Fantasy

Gewittertext ist wahrscheinlich ne Wortneuschöpfung, oder? Egal. Ich wollte mich einmal vorwagen und auch etwas hier reinstellen, da ich gerne wüsste, wie mein Geschreibsel bei völlig „neutralen“ Personen ankommt. :slight_smile: Den Text hier habe ich irgendwann die Tage während einem Gewitter geschrieben und mir nicht groß bei was gedacht, aber irgendwie finde ich, es könnte vielleicht was draus werden. Ist nicht sehr lang, aber immer her mit der Kritik! :stuck_out_tongue:

Sie war fünf Jahre alt, als der Blitz einschlug.

Sie durfte das Haus nicht verlassen, also zerrte sie einen Stuhl zum Küchenfenster und kletterte darauf. Sie legte ihre Hände an die Scheibe. Später würde ihre Mutter sich über die Abdrücke auf dem Glas beschweren.
Es war noch nicht einmal Mittag, aber der Himmel war pechschwarz. Weiße Linien zuckten durch die Wolken, direkt danach donnerte es so laut, dass der Boden bebte. Sie lehnte sich noch weiter nach vorn und drückte die Nase gegen die Scheibe, um durch ihr eigenes Spiegelbild hindurchzusehen. Der Stuhl wackelte, kippte gegen die Fensterbank. Ihre Mutter ermahnte sie, vorsichtig zu sein.

Die Blitze erhellten das Feld, auf denen ihre Eltern und ältere Geschwister um diese Zeit für gewöhnlich schon lange arbeiteten. Das stetige Geprassel des Regens war ohrenbetäubend. So viel Wasser schlug von außen gegen das Fenster, dass es schwierig war, überhaupt etwas zu erkennen. Draußen vor der Küchentür stand ihr Vater, ein großer, breitschultiger Umriss, dessen Kanten immer wieder durch die Blitze grell erleuchtet wurden. Er redete mit den Jägern, die gekommen waren, um ihre Arbeit zu tun. Sie konnte die Diskussion nicht hören, nur zusehen, die Augen weit aufgerissen, damit sie bloß nichts verpasste.

Der Jäger war kleiner als ihr Vater. Sein Mantel flatterte im Wind, ein Blitz ließ seine hellen Haare schneeweiß wirken. Er streckte die Hand aus. Drei Blitze und drei Mal Donner erschütterten den Hof, bevor ihr Vater nachgab und die Hand des Jägers ergriff. Er gab den Weg frei, und der Jäger ging an ihm vorbei auf das Haus zu. Jemand lief hinter ihm her, konnte kaum mit ihm Schritt halten, eine noch kleinere Gestalt. Vielleicht ein Stift. Nach nur ein paar Schritten konnte sie die beiden nicht mehr sehen. Sie wollte schon zu einem anderen Fenster rennen, um vielleicht einen weiteren Blick auf die Jäger zu erhaschen, aber ein Poltern hielt sie davon ab. Sie zuckte zusammen und starrte nach oben. Stapfende Geräusche, die fast in Donnerschlägen untergingen, wanderten von der Tür zu der Mitte des Hauses und ließen das Dach erzittern. Schritte – einer der beiden, bestimmt der Jäger selbst, war auf das Dach geklettert.

Ihr älterer Bruder bekam Angst, versteckte sich im Rock ihrer Mutter. Noch mehr Schritte auf dem Dach, noch mehr Blitze und Donner vor dem Fenster. Das Land war flach, es gab nur das Haus und weiter draußen auf dem Feld einen Baum, die alte Eiche, auf die sie schon ein paar Mal geklettert war. Einer ihrer Brüder hatte sie hochziehen müssen. Auch vor dem Baum stand ein Jäger, ein anderer hockte schon in der Krone.
Sie sah sich nach ihrer Mutter um, die immer noch damit beschäftigt war, ihren Sohn zu beruhigen. Sie biss sich auf die Lippe, dann sprang sie von dem Stuhl und stürmte auf die Tür zu, streckte sich, bis sie den Griff zu fassen bekam und die Tür öffnen konnte. Ihre Mutter rief ihr hinterher, aber zu spät, sie rannte schon hinaus in den Regen.

Binnen Sekunden war sie nass bis auf die Knochen. Ihre Füße fanden kaum Halt auf dem matschigen Boden. Sie drehte sich um, sah zum Dach hinauf, und im selben Moment schlug der Blitz ein.

Alles wurde hell. Ein Standbild, das sich ihr ins Gedächtnis brannte. Der Jäger mit den hellen Haaren hoch oben auf dem Dach, ein großes Glas in den Händen. Der Blitz eine zackige Linie, die vom Himmel geradewegs in das Glas führte und weißblaue Funken in jede Richtung sprühen ließ. Ihre Haut prickelte, es lag ein Geschmack in der Luft, von dem sie noch Jahre später träumen würde.

Der Blitz versiegte, es wurde wieder dunkel. Sie hörte den direkt darauf folgenden Donner kaum. Der Jäger stolperte ein paar Schritte zurück, das leuchtende Glas an die Brust gepresst. Darin war ein bläuliches Licht, das zuckte wie die Aale, die ihr Vater im Sommer gefangen hatte. Er kam auf sie zugestürzt und hob sie hoch, fragte sie, ob alles in Ordnung war. Sie antwortete nicht, verrenkte nur den Hals, um dabei zuzusehen, wie der Jäger das Dach hinunter schlitterte. Der Stift rannte zum Haus und hob die Hände. Bevor er hinunter sprang, warf der Jäger ihm das Glas zu, und sie fragte sich, was passieren würde, wenn es auf dem Boden zerschellte – würde die Energie darin den ganzen Hof in die Luft jagen?

Ihr Vater trug sie hinein. Seine Stiefel hinterließen schmutzige Spuren auf den weißen Küchenfliesen. Ihre Mutter zeterte, wies aber eines der Geschwister an, eine Decke zu holen, in der sie sie prompt einwickelte. Ihr Vater hob sie auf den Küchentisch und fuhr ihr lachend mit der Hand durch die nassen Haare. Ihre Mutter hielt ihr eine Standpauke, die sie nach zwei Minuten wieder vergessen hatte.

Sie verbrachten den restlichen Tag im Haus. Am nächsten Morgen war das Gewitter weitergezogen, der Himmel wieder klar und hell. Die Jäger waren fort. Ihr Vater stapfte fluchend über die Felder, ihre Mutter sah besorgt aus.

Das Gewitter hatte die Hälfte ihrer Ernte ruiniert.

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Ich finde es lebendig erzählt, aber ich kapiere die Geschichte nicht.

Was sind das für Jäger? Was jagen sie? Was ist ihre Arbeit?

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Blitze jagen und fangen. Es soll keine abgeschlossene Geschichte sein, es war nur eine Szene, die mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Wenn ich mehr draus mache, beantworte ich offene Fragen natürlich im Laufe der Geschichte. :slight_smile: Freut mich aber, dass du es lebendig findest!

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Vielen Dank, vereherte Juniper, dass Du hier einen Deiner Texte einstellst.
Ich habe nicht alles verstanden, z. B., was die Jäger auf dem Hof treiben. Auf dem Dach, in der alten Eiche - das erschließt sich mir nicht. Dito das ein paar Mal erwähnte Glas. Fernglas, Wodka?
Du mußt immer davon ausgehen, dass nur Du die Geschichte kennst, der Leser nicht. Manchmal muß man solche Details leider mühsam erklären.
Deine Wortwahl ist, hm, gewöhnlich. Bis auf ein paar wenige Stellen, z. B.:

Das ist das, was ich unter Alleinstellungsmerkmal meine.
Das ein fünfjähriges Mädchen ein Gewitter sehr beeindruckt, versteht man als Erwachsener. Und ihre Angst, ihr Erstaunen etc. sollte auch drastischer beschrieben werden. Aus der Sicht eines Erwachsenen sind das physikalische Gestzmäßigkeiten; für ein Kind ein unheimliches Wunder. Es kommt nicht so gut rüber, mir fehlen genau beschriebene - oder subtil, Hauptsache gut beschrieben - Emotionen. Beim Gewitter würde ich mir mehr Atmosphäre gewünscht, ich habe weder gefroren, noch bin ich naß geworden :smirk:.
Manchmal ist es wichtig, in eine pure Erzählung Dialoge einzubauen. Ich gehöre zwar auch neigungstechnisch zu den Erzählern, um mehr Dramatik und mehr 3 D zu erzeugen, ist das jedoch sehr wichtig. Du willst den Leser ja an Deinen Text fesseln und er soll nicht aufhören zu lesen, bis er das empfindet, was die kleine, äh, ja, wie heißt sie denn eigentlich? Ein Name wäre gut.
Denke mal darüber nach, welches Buch Du selbst faszinierend findest, und an was das festgemacht wird. Das ist keine Aufforderung zum Plagiat, aber vielleicht kommst Du ja so dahinter.
Noch eine Frage an Dich: Gefällt Dir selbst der Text?
Das hier ist lediglich meine Sicht der Dinge, mach damit, was Du willst. Ansonsten gilt hier das Motto der Sesamstraße: Wer nicht fragt bleibt dumm. Immer heraus damit.

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@narratöör Erstmal danke fürs Lesen! :slight_smile: Dass du einige Dinge nicht verstanden hast, finde ich in Ordnung. Ich sehe das Ganze eher als Anfang einer längeren Geschichte, in der dann nach und nach erklärt wird, wer die Jäger sind, warum sie auf Bäumen und Dächern herumrennen und was für Gläser sie benutzen. Ich kann es nicht ausstehen, wenn ich das Gefühl habe, ich werde am Anfang eines Buches an die Hand genommen und kriege alles direkt genau erklärt, ich möchte es lieber nach und nach entdecken. Natürlich soll keine komplette Verwirrung beim Leser eintreten und ihn vom Weiterlesen abhalten, also werde ich wahrscheinlich noch ein paar Erklärungen einfügen!

Ich wollte nicht zu viele Details reinpacken, weil mir die Szene eher als leicht verschwommene Erinnerung in den Kopf kam. Die Protagonistin (du hast Recht, sie sollte einen Namen kriegen xD) konnte sich auch nicht erklären, was genau vor sich geht, und diese Verwirrung gemischt mit Faszination wollte ich rüberbringen. Vielleicht funktioniert das mit der verschwommenen Erinnerung besser in der Ich-Perspektive, mal sehen. Mehr Gewitteratmosphäre sollte auf jeden Fall rein, das stimmt!!

Dafür, dass ich den Text in knapp fünfzehn Minuten runtergeschrieben und nur vorhin noch mal kurz drübergelesen und ein paar Fehler korrigiert habe, gefällt er mir (trotz der wenig überschwänglichen Rückmeldung xD) immer noch ganz gut. Etwas verbessern kann man natürlich immer. Vielleicht wandle ich ihn demnächst in ein „runderes“ erstes Kapitel um, damit das Ganze nicht ganz so verwirrend ist. :thinking:

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Ich bin da genau entgegengesetzt. Ich möchte von Anfang an verstehen, worum es geht. Wenn das die erste Seite eines Romans wäre, in das ich im Buchladen reinlese, hättest du mich als Leser/Buchkäufer verloren.

Vielleicht würde es mir aber schon reichen, wenn die Jäger nicht “Jäger” hießen, sondern eine unbekannte Bezeichnung hätten. Wenn das Kind von den … Rasangschreta-Männern erzählen würde statt von Jägern, dann wüsste ich als Leser bescheid, dass da was Fremdes zugange ist, was später wohl noch erklärt werden wird. Statt dass ich denke: “Hä? Warum klettert ein Jäger auf das Dach? Was soll das? Kapier ich nicht. Will ich nicht lesen.”

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@Corinna Ich weiß, was du meinst. Da ticken wir dann wohl unterschiedlich, das ist ja auch völlig okay. Wenn ich anstatt Jäger "Blitzjäger’’ schreiben würde, würde das es besser bzw. angenehmer machen? Das sollte ja auch klar machen, dass es sich nicht um normale Jäger handelt.

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Vielen Dank für diese Textprobe! Hier ein paar Gedanken dazu…
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Ich glaube, es gibt Unterschiede zwischen „verstehen“ und „verstehen“.

Wenn ich das erste Kapitel einer Geschichte lese, dann muss ich die Welt und die Hintergründe nicht verstehen. Im Gegenteil, es dürfen gerne Fragen auftauchen. Zum Beispiel: wer sind die Jäger? Warum fangen sie Blitze? Warum lacht der Vater am Ende?

ABER: wenn ich das erste Kapitel einer Geschichte lese, muss ich die Situation und die Figuren verstehen. Ich muss ein Gefühl dafür bekommen, wo ich mich befinde und mit wem. Ich muss verstehen, welche Emotionen gerade herrschen und vielleicht auch warum. Ich muss so viel verstehen, dass ich mich in die Situation reindenken kann. Soweit, dass ich das Gefühl habe, dass die Frage die auftauchen auch irgendwann schlüssig beantwortet werden.

Wenn das erste Kapitel zu kryptisch ist, dann verliere ich dieses Vertrauen und dann berührt es mich auch nicht mehr. Das ist ein Balanceakt. Wieviele offene Fragen sind zu viele offene Fragen? Auf deinen Textauszug bezogen, wäre allein die Frage, warum die Jäger Blitze fangen schon interessant genug, um mich zum Weiterlesen zu animieren. Warum die fünfjährige Protagonistin einfach in den Regen rausrennt, warum sie niemand zurückhält, warum ihr älterer Bruder im Gegensatz zu ihr wahnsinnige Angst hat und wer der Stift ist, sind Fragen, die mich eher rausreißen als reinzuziehen. Zumindest nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass damit künstlich einen Spannung erzeugt werden soll. Wenn es im Text Hinweise darauf gebe, dass diesem ungewöhnlichen Verhalten eine schlüssige Erklärung zugrunde läge, wäre das etwas anderes.

Ich mag das Setting. Es bietet viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Aber um mich als Leser komplett zu fesseln, bräuchte es wohl etwas mehr Klarheit. Sowohl inhaltlich als auch sprachlich.

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Hallo, @Juniper,

Ich finde es schade, dass du mit diesem Satz das Ende der Szene schon vorwegnimmst. Aus meiner Sicht reduziert das die Spannung.

Hier habe ich mich zwei Dinge gefragt: Wäre es vielleicht lebendiger, wenn du Dialog einbauen würdest? So wird alles mehr oder weniger erzählt.
Könntest du den Leser besser emotinal involvieren, wenn du eine personale Sie-Perspektive verwenden würdest? Das heißt, aus der Sicht des kleinen Mädchens schreiben? Also nicht “ihre Mutter” schreiben, sondern “Mama”, “Mutter” oder “Mutti”, je nachdem, was am besten zu der Figur und der Zeit, in der das spielt, passt.
Anstelle der Erwähnung der Glasabdrücke im ersten Absatz würde ich eher hineinbringen, warum die Kleine unbedingt aus dem Fenster sehen will. Die Abdrücke auf dem Glas kann die Mutter dann ja später beanstanden, wenn es in die Szene passt. Und dann vielleicht auch wieder in wörtlicher Rede.

Hier war ich irritiert. Zuerst ist von “den Jägern” die Rede, danach von “dem Jäger”. Dazwischen wird kein Jäger aus der Masse hervorgehoben, auf den sich der zweite Satz beziehen könnte. Daher würde ich anstelle von “Der Jäger war kleiner …” eher “Einer der Jäger war kleiner …” schreiben. Sonst läufst du Gefahr, den Leser aus dem Lesefluss zu reißen, weil er glaubt, etwas übersehen zu haben.

Es kommt darauf an. Erklären ist meistens keine so gute Option, zeigen wäre besser. Und die Möglichkeit hättest du hier. Anstatt dich zu sehr auf die Reaktion des Bruders etc. zu fokussieren, könntest du doch zeigen, wie die Jäger Blitze fangen. Im Grunde tust du das sogar, glaube ich, als du das bläuliche Licht in dem Glas erwähnst, aber ich habe das nicht als Fangen eines Blitzes verstanden. Dazu ist diese Handlung insgesamt zu ungewöhnlich (was für Fantasy ja gut ist). Es ist eine coole Idee, dass Jäger Blitze jagen und irgendwie “verpacken”, aber das müsste man noch deutlicher machen.
Als du das weiter unten erklärt hast, dachte ich an die Schildbürger, die Sonnenlicht in Säcke schaufeln, um es ins Rathaus zu schütten, das sie ohne Fenster gebaut haben. Aber hier ist das offensichtlich anders. Ich könnte mir da auch gut einen Dialog zwischen der Mutter und dem Kind vorstellen, bei dem noch deutlicher wird, was die Jäger da draußen machen. Ansonsten hätte ich gedacht, dass es ganz normale Jäger sind, die Wild jagen.
Wenn die Kleine wirklich 5 Jahre alt ist, würde sie ihre Mutter dann nicht mit Fragen löchern? Kinder können ausgezeichnete Fragen stellen, vor allem solche, die mit “Warum …?” beginnen. Auch das spräche für einen Dialog.

Diese Frage passt aus meiner Sicht nicht so gut zu einem fünfjährigen Kind. Energie ist doch ein recht abstraktes Wort. Ich bezweifele, dass ein Kind so über diese Szene denken würde.
Aber warum zeigst du es nicht? Einer der Jäger könnte doch tatsächlich einen im Glas eingeschlossenen Blitz fallen lassen. Und dann würden sowohl die Kleine als auch der Leser sehen (und nicht erklärt bekommen), was dann passiert.
Ich würde auch dafür plädieren, den Figuren Namen zu geben. Dann bekommt der Leser einen besseren Zugang zu ihnen.

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Als Fragment einer Geschichte stellt es sich natürlich etwas anders dar. Als eigenständige Geschichte aber natürlich kaum geeignet. Jetzt werden mir auch ein paar Rätsel klar. Wie eine Geschichte beginnen soll, zeigt sich hier in den unterschiedlichen Meinungen: der eine will es so - der andere so. Man kann es nicht allen recht machen und das sollte man auch nicht versuchen. Ich komme auch mit einem undurchsichtigen Anfang klar, wenn er gut gemacht ist.

Da schließe ich mich an, es gibt viele Möglichkeiten, die Szene aus/umzubauen. Um gefesselt zu werden, ist das, was geschieht etwas belanglos, ich hätte gern mehr Dramatik. Als Kind denkt man, der Himmel würde einem auf den Kopf fallen. Es ist etwas halbherzig aus der Sicht des Kindes geschrieben und dann auch wieder nicht. Da fehlt eine rote Linie.

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Immerhin gefällt das Setting an sich, das freut mich schonmal. Auf jeden Fall danke für all die Rückmeldung!! Es juckt mir jetzt richtig in den Fingern, an der Szene herumzubasteln, bis es passt. Ganz nach dem Motto „jetzt erst Recht“.:laughing:

Das ist der Punkt, der mir am schwersten fällt. Es ist ein schmaler Grat zwischen „hä, was ist das für verworrenes Zeugs“ und „wtf, jetzt will ich unbedingt wissen, was hier vor sich geht.“ Ich dachte, ein paar Sachen sind vielleicht selbsterklärend, zum Beispiel warum der Junge Angst hat und das Mädchen nicht - manche Kinder haben einfach mehr Angst als andere, oder nicht? Aber ich weiß natürlich, was du meinst, und werde beim nächsten Entwurf versuchen, genug Klarheit reinzubringen.

Mir gefällt der Satz als Einstieg ganz gut, aber ich bin auch jemand, der Spoiler mag. :stuck_out_tongue: Ist wahrscheinlich Ansichtssache, ich denke mal drüber nach, ihn auszutauschen! Bei deinen anderen Punkten gebe ich dir aber völlig Recht, es wäre gut, wenn das Ganze persönlicher wäre. Was das Zeigen des Blitzfangens angeht, bin ich mir unsicher. Wenn ich nicht den ganzen wissenschaftlichen/magischen Prozess erklären will, der dahinter steckt und den das Mädel selbst nicht versteht, kann ich im Grunde kann ich nicht mehr beschreiben als „oh, ein Blitz - Blitz geht ins Glas - Glas wird zugeschraubt.“ Wobei ich das Zuschrauben vergessen hab, glaube ich, vielleicht wär das schonmal ein Anfang.:rofl: Was das Löchern mit Fragen angeht, schaue ich mal. Ich glaube, das könnte beim Lesen auch nervig werden.

Dann würde wahrscheinlich wirklich der Hof in die Luft gehen, und das kleine Mädel mit ihm. Wenn sie die Hauptfigur einer längeren Geschichte sein soll, ist das eine sehr kurze Story.:smiley:

Dann mache ich mich mal daran, eine rote Linie reinzubringen und einen undurchsichtigen Anfang zu schreiben, der funktioniert. Wahrscheinlich werde ich den dann wieder nach euch werfen, damit ihr ihn auseinandernehmen könnt. Ich habe heute eine längere Zugfahrt vor mir, da passt es ganz gut, dass ich was zum Tüfteln habe.:rofl:

Noch mal vielen Dank! Ich weiß alles, was ihr gesagt habt, echt zu schätzen.

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Ich finde die Idee und den grundlegenden Handlungsaufbau klasse. Wenn du den Text noch einmal überarbeitest, kann daraus eine richtig knackige Geschichte werden.

Allerdings hatte ich auch zunächst einige Verständnisschwierigkeiten. *Sie war fünf Jahre alt, als der Blitz einschlug. *Diese Vorwegnahme finde ich irreführend, weil sie ja gar nicht eingelöst wird. Man vermutet, dass das Haus abbrennt oder etwas Ähnliches, aber der Witz ist ja, dass die Blitze eingefangen werden.

*Später würde ihre Mutter sich über die Abdrücke auf dem Glas beschweren. *Den Satz würde ich streichen, denn er suggeriert, dass die Mutter irgendwie verschroben oder bösartig ist. Denn wer würde sich angesichts eines Unwetters über Fingerabdrücke auf dem Glas beschweren?

Der große Spannungsbogen funktioniert ja ganz gut. Wenn du das Prinzip jetzt noch auf die einzelnen Absätze herunterbrichst, könnte der Text noch packender werden. Dazu genügt es manchmal schon, die Reihenfolge des Erzählten umzustellen. Beispielsweise:

Es war noch nicht einmal Mittag, aber der Himmel pechschwarz. Marie zerrte einen Stuhl zum Küchenfenster und kletterte darauf. Sie legte ihre Hände an die Scheibe. Weiße Linien zuckten durch die Wolken, der Donner ließ den Boden erbeben. Marie lehnte sich noch weiter nach vorn und drückte die Nase gegen die Scheibe, um durch ihr eigenes Spiegelbild hindurchzusehen usw.

Vielleicht könnte man die Jäger in Fänger oder sowas umbenennen? Ich hatte beim ersten Lesen sofort das Bild von grüngekleideten Typen mit Vorderlader vor Augen. :smiley:

Dann solltest du hin und wieder für den Leser die beschriebenen Situationen klären, sprich, präzieser definieren. Ihr älterer Bruder bekam Angst, versteckte sich im Rock ihrer Mutter. Da war mir gar nicht klar, wo die beiden plötzlich herkommen und wo sie sich befinden.

Könnte nicht das Einfangen des Blitzes das Ende der Geschichte markieren? Natürlich mit einem oder zwei abschließenden Sätzen. Der jetzige Schlussatz nivelliert meiner Meinung nach die Dramatik des Blitzfangens. Oder, als Alternative, der Fänger lässt das Glas fallen, der Blitz entkommt und ruiniert die Ernte.

Aber wie auch immer, die Grundidee hat mir sehr gut gefallen!

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… dafür ist es schon mal richtig gut geworden. Ich habe jedenfalls bis zum Ende durchgelesen und was ich las, hat mir gefallen. Da lohnt es, noch etwas Arbeit hineinzustecken.

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Die Grundstory von den Blitzfängern gefällt mir gut. Dass es noch einiges zum Überarbeiten gibt, wurde schon geschrieben.
Anderseits habe ich Bedenken, dass sich Personen während eines Gewitters draussen aufhalten (flaches Land) und auf Bäume und Dächer steigen. Ein gutes Vorbild ist das nicht.

Wenn ein Blitz in der Nähe einschlägt, knallt es gleichzeitig. Und zwar gewaltig. Das hat eine Schockwirkung. Den Knall überhörst du nicht und er wird auch nicht durch etwas anderes überdeckt. Meistens erlebt man Gewitter in der Ferne, da kann der Donner schon mal untergehen.

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Vielen lieben Dank! Ich werd’s versuchen, ere Vorschläge helfen auf jeden Fall gewaltig. :slight_smile:

Dass der Anfangssatz nicht zum Ende passt, ist mir gar nicht aufgefallen. :rofl: Du hast Recht, wahrscheinlich werd ich ihn dann doch ersetzen.

Also meine Mutter beschwert sich in jeder Lebenssituation über Flecken jeglicher Art. Sie ist auch nicht bösartig, tickt nur einfach so. xD Die Satzreihenfolge, die du vorgeschlagen hast, wirkt auf jeden Fall besser, da hast du Recht. Und wahrscheinlich sollte ich erstmal versuchen, die Situation an sich (zB wer alles im Raum ist und son Kram) genügend klar zu machen, bevor ich die Blitzjäger reinbringe.

Ich find Jäger nur irgendwie cooler.:thinking: Aber ich werde auf jeden Fall versuchen, klar zu machen, dass es eben keine grüngekleideten Typen mit Vorderlader sind, den Eindruck will ich nicht erwecken:laughing:

Jaa, der Gedanke ist mir auch schon gekommen! Mein Hirn hat nur inzwischen einen halbwüchsigen Plot für eine längere Geschichte zusammen gesponnen, da würde der letzte Satz ganz gut zum Konflikt der Protagonistin passen. Aber vielleicht sollte ich dann am Anfang mit dem Blitzfang enden und auf die ruinierte Ernte später zurückkommen oder so.

Das freut mich sehr, dankeschön! Ich werde definitiv weiter dran rumbasteln.

Ein gutes Vorbild ist das natürlich nicht, aber Ziel der Geschichte ist es ja nicht, die Verhaltensregeln bei Gewitter zu erklären. :wink: Und stimmt, ich hab den Knall vergessen! Danke für den Hinweis.

Auch euch dreien danke für euer Feedback!!

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Was spricht dagegen, dass deine Blitzjäger eine Schutzkleidung tragen. Eine Rüstung aus Metall würde die Energie über die Oberfläche ableiten und gleichzeitig die Blitze anziehen.
(In echt würde ich es nicht ausprobieren.)

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Danke für Deinen Gewittertext.
Das hast Du gut geschrieben.
Du hast mich in die Geschichte hinein geführt, sodass ich mich selbst am Fenster stehen sah, Gewitterkino, voller Neugierde.

Welches Geheimnis dieses Männer wohl in sich tragen, das den Kinderaugen noch verborgen bleibt? Und auch die Mutter weiß, was da vor sich geht.
Super geschrieben.

Was in späteren, zahlreichen Überarbeitungen erfolgt, ist Feinschliff. Es ist das, was ein Steinmetz aus den groben Konturen seiner Arbeit in feinsten Nuancen aus dem groben Fels meißelt und schleift, bis ins letzte Detail.
Das ist in einem so frühen kreativen Prozess Deiner Geschichte vorerst aber überhaupt nicht wichtig.

Die Bilder, die Du beschreibst, die sind mir wichtig. Und das kannst Du.
Du kannst diese geheimnisvolle Tür öffnen und mich als Leser in Deine Welt holen.

Du hast eine Begabung für dieses Handwerk.

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Gar nichts! Super Idee, danke.

@mathies Vielen Dank!! Freut mich, dass der Text dich gepackt hat, auch wenn er nicht perfekt ist.:slight_smile:

Die ersten Sätze lang hab ich auch gerätselt, warum ein Jäger bei Gewitter in einen Baum klettert, aber sobald der Blitz im Glas gefangen wurde, war das Rätsel gelöst. Wenn du direkt Blitzjäger schreibst, macht es das ganze zwar von Anfang an verständlich, nimmt aber den Überraschungseffekt heraus. Ich persönlich würde es so belassen. Leser dürfen gerne mal den Kopf bemühen und bei jenen, die bereits die Lösung erahnten, wird sich ein Gefühl der Zufriedenheit einstellen.

Eine andere Frage ist, welche Bezeichnung am besten für diesen Beruf passt. Hier wurde ja einiges genannt. Blitzjäger, Blitzfänger? Donnerjäger, Blitzhäscher oder Wetterangler würden sich ebenfalls anbieten.

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Das ist Klasse!!!