Leseprobe Prolog

Dieses Thema im Forum "Lesezirkel (offen)" wurde erstellt von Kat_ora, 22. Juni 2022.

  1. Kat_ora

    Kat_ora New Member

    Hayo ^^

    Ich würde mir nach der zweiten Überarbeitung gerne etwas Feedback für meinen Romantik-Thriller Doppelgänger holen. Im ersten Schritt vor allem, ob der Einstieg ansprechend ist und ob sonst etwas positiv/negativ auffällt. Es würde mich sehr freuen, wenn sich da etwas ergeben würde - gerne auch mit Tips, auf die ich im restlichen Buch achten kann.

    Lg. Pia

    Edit:
    Wer hoch fliegt, fällt tief. Erfolg ist die goldene Seite der Medaille, die jeder begehrt. Tharik, Norwegens bekanntester Sänger, bekommt die andere Seite hautnah zu spüren, als seine Schwester Trace von seiner Stalkerin erst bedroht und schließlich ermordet wird.
    Isaak Drews hat einen Job der Sorte, den keiner mitbekommt. Als Polizist in einer Sonderabteilung ist es seine Aufgabe sich als seine Klienten auszugeben. Isaak wird zu Tharik, doch dafür muss er ihn kennen, ihn fühlen. Aber wie man kann jemanden verstehen, dessen Inneres so zerrissen ist? Wie kann man dies überhaupt wollen? Oder ist es sogar möglich das Dunkle in den Arm zu nehmen, jedenfalls bis das Schicksal erneut zuschlägt ...

    Edit: Nach Rückmeldung ist weiter unten eine überarbeitete Version
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2022
  2. *Corinna*

    *Corinna* Well-Known Member

    Hm, also wenn ich im Buchladen dieses Buch gegriffen und die erste Seite aufgeschlagen hätte, würde ich es nach den ersten beiden Absätzen zurücklegen und nach dem nächsten Buch greifen.
    Das kommt mir so belehrend vor, und ich suche im Buchladen häufiger nach Unterhaltung als nach Belehrung.

    Aber wenn der Klappentext mir einen Romantik-Thriller verspricht, würde ich vielleicht im Buchladen den Prolog überblättern und noch stichprobenartig zwei anderen Absätzen eine Chance geben, bevor ich mich endgültig gegen den Kauf entscheide.
    Wenn nach dem Prolog der erste Absatz mit Thrill und Spannung anfängt, kannst du mich noch als Käufer gewinnen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2022
  3. Neri

    Neri Well-Known Member

    Hallo Pia, schön dass du deinen Text hier teilst. Ich hatte leider nur wenig Zeit und habe deinen Prolog deshalb schnell überflogen. Ich werde ihn mir aber noch einmal gründlicher vornehmen. Zwei Dinge sind mir aufgefallen:

    1. Hook
    Bin mal über die einzelnen Absätze gegangen, konnte aber keinen Hook finden, der mich in die Geschichte hineingezogen hätte. So kann ich nicht mal genau sagen, worum es dabei geht. Die vorliegende Fassung fordert Leser:innen. Ich würde versuchen den Einstieg zu erleichtern. Weiß ja nicht, wie dein erstes Kapitel startet. Vielleicht braucht es gar keinen Prolog.

    2. "Welche"
    Man kan "welche/r/s" anstelle von der, die und das verwenden. Muss man aber nicht. Fiel mir schon beim flüchtigen Lesen etwas zu oft auf. Das würde ich anhand der "Worthäufigkeit" mit Papyrus schon mal prüfen.

    Ich lese heute oder die Tage aber nochmal gründlicher.
     
  4. RalfG

    RalfG Well-Known Member

    Hallo Pia,

    dein Schnupperkapitel gefällt mir. Du hast einen angenehmen Schreibstil und bringst auch das "thrillige" gut rüber.

    Zu den Punkten, die mir aufgefallen sind:
    • Die Feuermeditation am Anfang würde ich in ein späteres Kapitel verschieben. Es wirkt entschleunigend, das kann nach einem spannenden Kapitel passen, aber zu Beginn sollte man den Leser mit was Spannendem ködern. Fang doch direkt mit der Handlung an.
    • Die Übergabemethoden der Briefe finde ich ohne weitere Erklärungen nicht sehr glaubwürdig. Die Stalkerin schickt immer fremde Leute, um sie abzuliefern, aber keiner von denen kann der Polizei eine Beschreibung der Auftraggeberin geben? Und der streunende Hund als Postbote? Ein "Hol's!" lässt sich einem Hund ja noch relativ schnell beibringen, aber "Du nimmst jetzt diesen Brief in die Schnauze, trägst ihn dort rüber, drei Häuser weiter und legst ihn Frau Müller vor die Tür" halte ich für fast unmöglich.
    • Mir war am Schluss nicht klar, was dieses Ding war, dass durch die Scheibe kam und auch nicht, wie Trace verletzt wurde. Durch das Ding? Eine Fensterscherbe? Ein Scharfschütze, der das zerbrochene Fenster genutzt hat? Das kann aber auch Absicht von dir gewesen sein, falls nicht, müsste man das vielleicht noch einmal verdeutlichen.
    Mehr Details findest du im Anhang.
     

    Anhänge:

  5. Kat_ora

    Kat_ora New Member

    Schon erstmal einmal ein Danke an euch drei, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Manches davon hatte ich nie so gesehen, aber ich werde es mir bei einer Überarbeitung genauer ansehen - vor allem was den ersten Absatz betrifft.
     
  6. Kat_ora

    Kat_ora New Member

    Ich habe die Tage genützt, um die ersten Absätze des Prologs neu zu verfassen. Ich habe es auf Rechtschreibfehler noch nicht Korrektur gelesen, da es mir mehr um den generellen Inhalt geht, diesen zu Beginn spannender zu gestalten.
    Mich würde es interessieren, ob ihr solch einen Einstieg besser findet und ob es noch andere Kritikpunkte gibt. ^^

    Liebe Grüße, Pia
     

    Anhänge:

  7. Milar

    Milar Well-Known Member

    Doch es gibt immer ein Gegenteil. Ein Alpha zum Omega. Ein Ja zum Nein. So ist auch ein bestimmter Vergleich berühmt: Feuer und Eis.
    Alpha und Omega sind kein Gegensatzpaar. Sie bezeichnen den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets. Die Bedeutung ist allumfassend. Heute sagt man von A bis Z.
     
  8. Waldfried

    Waldfried Well-Known Member

    Alpha steht für den Anfang und Omega für das Ende. Das sehe ich durchaus auch als gegensätzlich. Die allumfassende Bedeutung spricht nicht unbedingt dagegen: Ein Gegensatzpaar wie "alt" und "jung" ist auch umfassend interpretierbar, z.B. "Alt und Jung gingen gemeinsam auf die Straße": Mittelaltrige sind da nicht ausgeschlossen.
     
  9. Waldfried

    Waldfried Well-Known Member

    Rauschen tut es zweimal im Text, rauschhaft ist auch deine Sprache. Das macht sie einnehmend und ausdrucksstark. Aber die positive Wirkung wird gestört, wenn die Formulierung zu wild wird. Zwei Beispiele:

    1. "Einen Moment lang war ihr Herzschlag das einzige Geräusch, wie ihr das Blut in den Ohren rauschte."
    Hier habe ich nicht sofort verstanden, dass wohl gemeint war:
    Einen Moment lang war ihr pulsierendes Blut das einzige Geräusch, das sie wahrnahm. Oder: Das Rauschen ihres Blutes im Ohr war das Einzige, was sie hörte.
    Beim ersten Lesen dachte ich: Okay: Zuerst ist da der Herzschlag als einziges Geräusch und dann ist da außerdem das Rauschen: Das ist doch auch ein Geräusch. Herzschlag und Rauschen brachte ich akustisch nicht zusammen.

    2. "Seine panischen Worte war im Rauschen des Regens, im Brüllen des Sturms unter, der sich in den letzten Stunden zu einem wahren Monster entwickelt hatte und nun eiskalt über ihre nackten Arme strich, kaum zu verstehen."
    Hier hast du zwei Darstellungen der Situation auf einmal zu "Papier" bringen wollen:
    (a) "Seine panischen Worte [gingen] […] im Rauschen […] unter […]" und
    (b) Seine panischen Worte war[en] […] kaum zu verstehen."
    Die Dramatik sagt: okay. Die Grammatik sagt: Du musst dich entscheiden … oder sauberer hintereinanderschalten:
    Seine panischen Worte gingen im Rauschen … strich, unter (und/oder waren kaum zu verstehen). Das in Klammern versteht sich dann aber von selbst und kann weggelassen werden.

    (Sonstige Rechtschreib- und kleinere Grammatikfehler sind sowieso fast keine drin, ich habe nur drei gesehen: "hallte … wieder" statt (… wider), "in der Nähe des kleines Tisches" und ein fehlendes Komma bei der "Fähigkeit klar zu denken".)
     
    Milar, Kat_ora und -prh gefällt das.