Verlag oder Agentur?

Dieses Thema im Forum "Tipps und Tricks" wurde erstellt von IrisR, 20. Januar 2021.

  1. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Ich dachte auch, ich schreibe und fertig. Weit gefehlt; die anderen Arbeitschritte sind zwar weniger kreativ, machen jedoch einen ganz schön großen Anteil aus. Mal mehr, mal weniger. Ich stimme Duane absolut zu - dran bleiben, lesen, lesen, lesen, Testleser engagieren, Recherche und reinwühlen. Ein bißchen manisch zu sein, hilft ungemein. Aber ich glaube an Dich.
     
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  2. IrisR

    IrisR New Member

    Wenn ich das aber lese, dann macht es keinen Unterschied, ob es das erste, zweite oder fünfte Manuskript ist. Wenn man als Neu-Autor sowieso keine Chance hat.
     
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  3. DuaneHanson

    DuaneHanson Well-Known Member

    Keine Chance stimmt nicht. Aber es ist nicht leicht. Es ist verdammt schwer. Das ist alles, was dir dieser Thread hier sagen will. Kein Verlag, kein Leser hat auf dich gewartet. Wenn du gelesen werden willst, dann bist du gefordert. Ganzer Einsatz, unerbittlich. Alle Kraft und Energie, die du hast. Oder aber du hast saumäßiges Glück, soll es ja auch geben.
     
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  4. Ulli

    Ulli Administrator Mitarbeiter

    Irgendwoher müssen Verlage ja neue Autoren herbekommen. Man muss wollen und zielstrebig sein.

    Also schreiben - Wettbewerbe mitmachen - ggf. Selfpublishing probieren, dort mit eigenem Marketing und/oder Hilfe gute Verkaufszahlen erreichen.
    Damit kann man ggf. auch bei einem Verlag landen. Ggf. mit einem mittleren Verlag anfangen und nicht gleich RandomHouse rocken wollen.
     
  5. Scherbengericht

    Scherbengericht Well-Known Member

    … um das Papier zu sparen, kannst du es ja digital schicken ;)

    … vieles in diesem Thread sind gesammelte Erfahrungen von Leuten, die mehr oder weniger erfolgreich veröffentlicht haben; auf diesen oder jenen Weg und mit dem ersten, zweiten oder fünften Manuskript …

    Was ich dir empfehle, ist die fatalistische Haltung einfach abzuschalten und dir vor Augen zu halten, was die Leute hier so geschrieben haben. Das eine oder das andere kann dir einen Weg aufzeigen, wie du zu deinem Buch kommst …


    Ich komm mir vor wie so ein Schreibratgeber-Verfasser …
     
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  6. DuaneHanson

    DuaneHanson Well-Known Member

    Wenn das so einfach wäre. Viele Verlage wehren sich (ob der gesammelten Flut wahrscheinlich) eindeutig gegen unaufgefordert eingesandte PDF-Dateien noch mehr als gegen Gedrucktes. Denn so ein paar Klicks sind schnell gemacht und im Zeitalter des Mail-Verteilers werden Verlage geflutet und geflutet und geflutet. Eine PDF zum Verlag zu schicken ist noch aussichtsloser als ein gedruckes Exemplar. Denn durch das Senden von bedrucktem Papier merkt der Verleger, dass der Autor bereit ist, wenigstens etwas zu investieren und nicht nur ein paar Mausklicks macht.
     
  7. AndreasE

    AndreasE Well-Known Member

    Ich hatte Gelegenheit, den Werdegang einiger Autoren zu verfolgen, die heute Bestsellerautoren sind. Die haben alle mit schrecklichen ersten Manuskripten angefangen … aber mit dem dritten oder vierten dann einen Verlag gefunden.

    Dass man "als Neu-Autor keine Chance hat", ist, wenn man sich's mal logisch überlegt, Unsinn. Jeder heutige Alt-Autor war am Anfang ein Neu-Autor.
     
  8. Krimitante

    Krimitante Well-Known Member

    Liebe Iris, nicht verzweifeln! Schreib Dein Werk. Ich denke Du kannst ja eventuell mal die Zielgruppe definieren und einen Kleinvertrag auswählen. Ich habe schon mehrere Angebote von kleinen und großen erhalten. Bei den Kleinen gibt es einen riesengroßen Vorteil: Die sind meistens offen für Gespräche. Sie kümmern sich um den Neuen wie um ihr eigenes Baby. Bei den großen wirst Du eine Absage bekommen, weil sie keiner liest. Die Kleinverleger lesen diese Werke, wenn es in ihr Programm passt und der Autor ein tolles Werk vollbracht hat. Ob es dann zu einer Zusammenarbeit kommt, entscheidest Du alleine. Ich habe alle Verträge durch meinen Anwalt prüfen lassen. Das empfehle ich hier jedem so zu handhaben. Denn die vielen kleingeschriebenen Klauseln sind oft für den Laien unverständlich. Ich habe mich bislang immer gegen die Verlage entschieden. Das heißt nicht, dass das immer so bleibt. Jedoch muss es stimmig sein in allen Punkten.
     
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  9. skjald

    skjald Member

    Ich verweise da gerne auf Brandon Sanderson. Erst sein vierzehnter (!) Roman ist veröffentlicht worden - und heute gehört er zu den erfolgreichsten Fantasy-Autoren der Welt.

    Im Übrigen nennt er als einen der Hauptgründe für dieses wiederholte Scheitern, dass er lange Zeit ignoriert hat, wie wichtig die (mehrfache) Überarbeitung der Manuskripte ist.
     
  10. Manuela K.

    Manuela K. Well-Known Member

    Ganz deiner Meinung, @skjald.
    Die Überarbeitung bildet den Hauptteil der Arbeit an einer Story. Egal, ob Roman oder Kurzgeschichte. Erst dadurch wird ein Text präzise, straff und knackig. Wichtig ist vor allem mal, das Ding fertigzuschreiben! Die Politur folgt danach.
    Man muss ihn auch nicht hunderten Testlesern präsentieren; wenn man zwei, drei kompetente Meinungen einholt, sollte das eigentlich reichen. Leider wachsen solch Kompetente nicht am Baum. ;)
     
  11. AndreasE

    AndreasE Well-Known Member

    Das ist genau die Einsicht, zu der man kommen muss, wenn man Erfolg haben will. Die Rohfassung ist nur der Steinbruch, aus dem man in der Überarbeitungsphase erst den eigentlichen Text "schleift". (Was durchaus auch beinhaltet, gelungene Stellen zu erkennen und zu bewahren – was übrigens eine der schwierigsten Aufgaben dabei sein kann!)